antiparadigma

Meine Aufmerksamkeit ist gestört, sagen die… (Meine Hyperaktive Weltsicht)
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Posts Tagged ‘Polizei’

19 Dec 2009

Kopenhagen: Schläge gegen die Meinungsfreiheit

Ich habe kein TV-Empfangsgerät, und meine Tageszeitung wird seit ca. 2 Wochen von irgend einem Penner geklaut,  bevor ich früh morgens von meiner Wohnung im 4. OG nach unten tappsen, und sie von der Haustürschwelle auflesen kann.

Daher sind die Ereignisse der vergangenen Tage rund um den Klimagipfel in Kopenhagen auch gründlich an mir vorbeigegangen. Jetzt bin ich auf Umwegen über ein paar Youtube-Videos gestolpert, die viele von euch vermutlich schon kennen, welche mich gelinde gesagt, erschüttert haben.

Sie zeigen wie Beamte der Dänischen Polizei augenscheinlich wilkürlich und gnadenlos gegen gewaltfrei demonstrierende Menschen vorgehen. Das beinhaltet zahllose geziehlte Schläge mit Gummiknüppeln, Tritte, Schläge gegen teils sitzende, teils liegende Menschen, und umfangreichen und gezielten Einsatz von Reizgas. Nicht selten wird hierbei aus unmittelbarer Nähe (ca. 5-10cm) in die Gesichter gesprüht.

Mich schockieren diese Bilder aus mehreren Gründen: Zum einen, wegen der Brutalität, mit der hier eine sogenannte demokratische Regierung ihre Kritiker unterdrückt, des weiteren, weil die Leute die all das erleiden mussten, es schaffen ruhig zu bleiben. Bis auf geringfügige Abwehr wendet dort kein Demonstrant Gewalt an – während ich beim anschauen dieser Filme von Trauer und beinahe ohnmächtiger Wut befallen werde. Ich kann mir nicht vorstellen dass so etwas in Berlin so friedlich abgelaufen wäre.

Das sind Szenen die nicht im Entferntesten in das Image passen, mit dem sich Staaten schmücken wenn sie das Demokratie-Wimpelchen auf ihren kapitalistisch angetriebenen Lobbypanzer stecken. So etwas passt viel mehr in das Bild, mit dem das Schreckgespennst der undemokratischen “Schurkenstaaten” welches die USA (und ideologisch angeschlossene Teritorien – wie wir zum Beispiel) gerne verbreiten.

Aber was rege ich mich denn auf … ist doch alles nichts neues, und auch lang nicht so schlimm wie damals 2001 in Genua. Man muss sich einfach nur weit genug von den Verrückten fern halten, die eine andere Meinung als die von der geliebten Regierung empfohlene haben – und es wagen diese Öffentlich zu vertreten. Dann kann man ganz sicher und entspannt leben (meißtens jedenfalls).

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19 December, 2009 at 1:57 by jack

Tags: dänemark, Gewalt, klimagipfel kopenhagen, ohnmacht, Polizei, staatsmacht, trauer, willkür, wut
Posted in Meinung, Politik | No Comments »

22 Jun 2009

Wer hat gesagt unser Staat wäre fair?

Ich blogge mal wieder, und werde mich hiermit auch wieder zu meinem thematischen Konzept zurück orientieren; nämlich keinem Konzept zu folgen. Das wird auch der Grund für die längere Pause gewesen sein. Wenn ich mich auf fixe Themen einschränke, schreibe ich über manch’ durchaus interessante Erlebnisse nicht, weil sie “nicht so richtig” ins Konzept passen. Aber es heißt ja nicht umsonst “Antiparadigma“! Also los!

Wow, Samstag (20.06.2009) war echt heftig was los! Normalerweise hatte ich nicht vor Tagebuchartig zu schreiben, aber heute gings auf überaus interessante Weise dermaßen drunter und drüber in meinem Leben, dass es einfach erzählt werden muss.

Wie wohl in den letzten Tagen fast jeder mitbekommen haben sollte, sollte gestern der Flughafen Tempelhof besetzt werden. Nunja, bekanntermaßen scheiterte diese Aktion. Was aber angesichts des Aufgebots an Streitkräften Polizeikräften die zum Beschützen einer Wiese (wenn auch einer sehr großen) zusammengezogen worden waren, nicht verwundert. Die ganze Aktion lief beinahe so friedlich wie ursprünglich geplant ab, von den üblichen Krawalltouristen mal ganz abgesehen. Diese Pseudoanarchisten in ihren lächerlichen einheitsschwarzen Klamotten aus dem freundlichen Antifa-Laden mit streetcredibility (manche sagen einfach H&M).

Mit Hartnäckigkeit und Gewitztheit gelang es auch tatsächlich in Einzelfällen den Zaun zu überwinden und auf dem Flugfeld Haschmich mit wenigstens zwei Hundertschaften inklusive Pferden und Hunden zu spielen. Alles in allem also ein ziemlich unfaires und unausgeglichenes Spiel. Aber wer hat gesagt unser Staat wäre fair?

Wirklich schade war, dass die hinzugezogenen Einheiten aus anderen Bundesländern (vorwiegend aus den sehr südlichen), wie deutlich zu erkennen war, entschieden viel schlechter mit der Situation umgingen als die Berliner Einheiten. Letztere nahmen die Sache ziemlich gelassen und professionell hin, und machten einfach ihren Job. Der nunmal daraus bestand eine Wiese vor dem Betretenwerden zu schützen, und die Betretenden möglichst unbeschädigt in Gewahrsam zu nehmen. In entspannteren Situationen legten die Berliner auch mal Teile ihrer Schutzausrüstung ab, und ließen sich mitunter durchaus auf Disskusionen ein, ohne ihre Pflichten zu vernachlässigen. Auch reagierten sie auf die typischen Provokationen und Beschimpfungen erstaunlich unberührt.

Die Mannen aus BaWü, Bayern und Stuttgart hingegen gingen dem Anschein nach mit einem ganz anderen Ansatz an das Thema ran. Sie waren nervös bis gereizt, und in vielen Fällen anscheinend auch mit der Menge an Menschen überfordert. Man konnte sie schon daran erkennen (bevor man den Akzent gehört hatte) dass sie beinahe zu jedem Zeitpunkt ihre Handschuhe an, und ihre Helme aufbehielten, oft sogar mit Mundschutz. Die heftigsten standen sogar wenn es vollständig ruhig und friedlich war mit gezogenem Schlagstock in den vollgepanzerten Händen herum. Deeskalation sieht anders aus!

So kam es zu folgender Situation: Nachdem eine Meute wieder mal gegen den Zaun gesprungen war, und durch starkes Rütteln für Lärm gesorgt hatte, und von den Einheiten drinnen mithilfe großzügig ausgeteiltem Pfefferspray zum zerstreuen überredet worden war, machte ich mir nen kleinen Spaß draus, mit dem Finger gegen den Zaun zu schnippsen. Das veranlasste einen Beamten in zuvor erwähnter vollpanzerung, der mich schon die ganze dauer davor sehr misstrauisch angestarrt hatte (er war möglicherweise verwundert dass ich nicht versuchte irgendwas verwerfliches zu tun) dazu auf mich zu zu Springen, und mir durch seinen Helm mit badensischem Akzent mitzuteilen, dass ich, wenn ich nochmal gegen den Zaun schnippste, dafür eingebuchtet werden würde. Hmmmmm … zugegeben, es mag etwas provokant gewesen sein, aber ich frage mich erlich mit welchem Vergehen er vorhatte diesen Freiheitsentzug zu rechtfertigen?

Eskaliert ist dieses importierte Agressionspotential dann in einer Situation in der ein Polizist in Zivil, der mit Hilfe eines Kollegens einen Demonstranten am Boden ‘arretiert’ hatte, zum “Selbstschutz” gegen einen (wohl zur Befreiung des arretierten) Heranstürmenden Demonstranten seine Handfeuerwaffe zog. Ich finde, dass diese Maßnahme für Fälle aufgespart bleiben sollte in der wirklich das Leben in  Gefahr ist. Gegen einen unbewaffneten Gegner sollte eigentlich Pfefferspray oder höchstens ein Schlagstock eingesetzt werden.

Fazit? Dieser Polizeieinsatz hat (lt. Berliner Morgenpost) 2,5 Mio. Euro gekostet. Das ist traurig! Es hätte einen Bruchteil des Geldes gekostet (vermutlich kaum mehr als 2-300 tsnd.), wenn man sich einfach dafür entschieden hätte, das Areal zu öffnen, und mit einem geringen Aufgebot an Ordnungshütern dafür zu sorgen das die noch vorhandenen technischen Installationen nicht beschädigt werden. Es ist wie mit Wasserdampf: Wenn man viel davon auf engem Raum zusammenpfercht und die Temperatur erhöht, kommt es zu gefährlich hohem Druck, möglicherweise verbunden mit Schäden, Rissen, oder gar einer Explosion. Wenn man ihn aber in einen großen Raum strömen lässt wo er sich verteilen kann, dann ist er völlig ungefährlich.

Für das verbleibenden 2 Mio. Euro hätte man viel gutes tun können. Beispielsweise als Finanzspritze für eine hilfebedürftige Schule, oder auch für alle Berliner, indem man begonnen hätte einen Stadtpark auf dem Gelände entstehen zu lassen.

Das war allerdings noch nicht alles was gestern los war…:

Wer so intensiv in einer linksorientierten Masse badet, der nimmt wohl auch einen spezifischen Geruch an. Als ich nämlich spät abends mit ein paar Freunden auf dem Rückweg von einer Skatehalle auf einem Bahnsteig in Marzahn auf meine S-Bahn wartete, war das für einen steroidgeblähten Deutschnationalisten Grund genug mich zu packen, und mir mit der Faust aufs Maul zu haun. Armer Paarhufer – ich muss wohl sein empfindliches Riechorgan verwirrt, und so diese Abwehrreaktion provoziert haben. Aber übelnehmen kann ichs ihm irgendwie nicht. Zum einen, weil jemand der abends fremde Leute auf Bahnsteigen grundlos ins Gesicht schlägt, sicher ein irrsinnig beschissenes Leben führt, und zum anderen, weil ihn ein solches Verhalten mit sofortiger Wirkung des Rechts beraubt sich “Mensch” nennen zu dürfen. Vielmehr ist er als Schützenswerte Tierart anzusehen, und sollte mit seinesgleichen in umzäunte Reservate ausgewildert werden. Das nennt man dann “national befreite Zone” (glaub ich).

Aber der Staat ist halt auch hier nicht fair, und zwingt die Angehörigen dieser Gattung dazu, in bemitleidenswerter Weise ohne Perspektive und in absolut nicht artgerechter Lebensweise in Plattenbauten vor sich hin zu vegetieren. Wodurch sie natürlich auch zu einer möglichen Gefahr für die Allgemeinheit werden, denn schließlich werden Hunde ja auch nicht bissig geboren, sondern von ihren Herrchen dazu gemacht was sie später sind.

essbarer_zaun
kampfmontur
kampfmontur_und_schlagstock

mars-tv
polizeistreitkrafte
trommler

unabhaengigesantikonfliktteam
viiel-polizei

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22 June, 2009 at 0:26 by jack

Tags: Autonome, Berlin, Flughafen, Friedlich, Gewalt, Paarhufer, Polizei, Squat, Tempelhof
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