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12 Feb 2010

Es muss nicht immer ein iPhone sein!

Apples iPhones dominieren den Markt der Mobile Internet Devices (MIDs), denn mit keinem anderen Gerät lassen sich Mails, Chats und beliebte Internetseiten so leicht in der Hosentasche mitnehmen! Ähm … Mooment! Auch wenn Apple und die Telekom genau diesen Eindruck vermitteln wollen, gibt es durchaus andere brauchbare, und vor allem günstigere Möglichkeiten von Unterwegs ins Netz zu gehen.

Ein Bisschen Geschichte

Lange bevor Apple mit dem ersten iPhone auf den Markt kam, gab es bereits ein umfangreiches WAP-Web, ein Netzwerk von Internetseiten, speziell auf die Darstellung auf kleinen Displays und über sehr langsame Verbindungen optimiert. Langsam bedeutet hierbei 9,6 Kilo-Bit pro Sekunde! So viel konnte nämlich ein frühes WAP-Handy ohne GPRS oder UMTS über seine CSD-Verbindung übertragen. Das reichte aber vollkommen aus, um optimierte WAP-Portale wie die der BVG, der Bahn, verschiedene Newsticker, Wetterberichte, und vor allem eBay-Mobil von unterwegs aus aufzurufen. Außer diesen gab es noch eine ganze Reihe entbehrlichen Mist, von Logos und Klingeltöne über kleine Spielchen bis hin zu Anbietern von Porn-over-WAP (kein Witz! Porn in 128×128 Pixeln für richtig viel Zaster!).

Das ist aber natürlich alles mittlerweile Geschichte. WAP-Seiten gibt’s zwar noch, aber dabei bleibt es heutzutage bei weitem nicht mehr. Selbst günstige Einsteigerhandys besitzen bereits häufig die Möglichkeit Java-Applikationen auszuführen. Darunter gibt es wieder Unmengen von Spielen und sinnlosem Zeug, sowie einigen nützlichen lustigen Spielereien wie z.B. der Möglichkeit die Kameraleuchte (wenn vorhanden) einzuschalten, um sie als Taschenlampe zu nutzen.

Das gesamte Internet „in der Hosentasche“

Aber das wohl nützlichste Programm für den mobilen Gebrauch ist Opera Mini. Die Zwergenvariante des schwedischen Internetbrowsers ist der Mobilbrowser mit der weltweit größten Verbreitung. Inzwischen gehört er bei einigen Herstellern zum Lieferumfang der Handys (Bspw. Samsung, Nokia), und wurde alleine vorinstalliert bereits auf über 125Mio. Geräten ausgeliefert. Die Gesamtverbreitung schätzt der Hersteller auf ca. 300Mio. Installationen.

Die Technik hinter Opera Mini

Der Browser lädt Internetseiten nicht direkt aus dem Netz, sondern über die Server des Herstellers. Dieser sogenannte Proxy-Server verkleinert enthaltene Bilder und Grafiken auf Handy-Größe, und komprimiert die übertragenen Daten. Das sorgt für einen sehr viel schnelleren Seitenaufbau, und senkt die insgesamt übertragene Datenmenge. Das wiederum entlastet das Mobilfunknetz, und spart auch bares Geld, da Mobil übertragene Daten auch heute noch in den meisten Fällen volumenbasiert abgerechnet werden.

Der zweite Nutzen dieses kompressions-Proxys ist die Darstellung, die optimal an das kleine Display eines Mobiltelefons angepasst wird. Nicht Darstellbare Elemente werden gar nicht erst übertragen, Texte werden in schmale Streifen umformatiert, so dass horizontales Scrollen fast vollständig entfällt. So wird es möglich auch größere Internetseiten auf dem kleinen Display eines Handys angenehm zu lesen.

Mails, Chatten, Facebook?

Die meisten großen Webdienste haben auch eine Mobilversion ihres Angebots, welches in Opera-Mini ganz hervorragend nutzbar ist. Beispiele: Wikipedia, eBay, GMX, Yahoo, Google-Mail, Facebook, und viele mehr. Und für die unter euch, die auch unterwegs nicht auf ihr Skype verzichten möchten, gibt es Skype Mobil. Die Applikation erlaubt zwar leider keine Skype-Telefonate, beherscht aber einwandfrei die Kommunikation per Instant-Message-Chat. Auch gleichzeitiges Chatten mit mit mehreren Kontakten ist problemlos möglich.

Google-Maps

Ein weiteres interessantes Programm ist die Mobil-Version von Google-Maps. Sie ist, anders als auf dem Computer, eine eigenständige Anwendung, und bietet fast den gleichen Funktionsumfang wie die berühmte Internetseite. So kann man zwischen Karten- und Satellitenbild-Ansicht wählen, Orte und Branchen suchen und Routen planen.

Darüber hinaus gibt es noch die etwas gruselige, aber sehr nützliche Funktion, sich den eigenen Standort anzeigen zu lassen (auf ca. 100m genau). Das funktioniert über eine Triangulation des Telefons innerhalb der Mobilfunkzellen in denen es registriert ist. Auch ein GPS-Empfänger kann genutzt werden (egal ob im Telefon eingebaut, oder extern per Bluetooth).

Fazit

Meiner Meinung nach hat das iPhone außer seinem großen Display und der Schicken Oberfläche kaum echte Vorteile gegenüber seinen Mitbewerbern. Vielmehr hinkt es in einigen Bereichen stark hinterher – beispielsweise was Fotos und Videos angeht. Hier gehören bei anderen Geräten inzwischen Bildsensoren mit 8-12 Megapixeln zum guten Standard; während das iPhone nur mickrige 2 Mpix anbieten kann. Auch als MP3-Player kann es keinen Boden gut machen – hier bietet die Konkurrenz vergleichbare Lösungen. Leider ist es auch nach wie vor nicht mit Speicherkarten erweiterbar.
Kurz: alle angeblichen Alleinstellungsmerkmale des iPhones sind bei genauerer Betrachtung kaum mehr als Marketing-Slogans, und sind für weniger Geld, und mit gleichem oder besserem Leistungsumfang auch von anderen Herstellern zu haben.

Und noch etwas in eigener Sache…

Ich habe diesen Beitrag selbst geschrieben, ohne kommerziellen Hintergedanken. Aber da Flyertaxi.de gerade ein Gewinnspiel macht, bei dem man ein Motorola Milestone Gewinnen kann, möchte ich diese Chance für mich nutzen :-) .

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Tags: alternative, apple, facebook, google, handy, Internet, iphone, kostenlos, maps, mini, mobil, opera, skype, wikipedia

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht: on Friday, February 12th, 2010 at 15:16 und ist eingeordnet unter Antiparadigma, Internet, Technik, Tips und Tricks. Du kannst den Kommentaren zu diesem Eintrag per RSS 2.0 feed folgen. Du kannst kommentieren, oder einen Trackback von deiner eigenen Seite machen.

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