Archive for December, 2009
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Ich habe kein TV-Empfangsgerät, und meine Tageszeitung wird seit ca. 2 Wochen von irgend einem Penner geklaut, bevor ich früh morgens von meiner Wohnung im 4. OG nach unten tappsen, und sie von der Haustürschwelle auflesen kann.
Daher sind die Ereignisse der vergangenen Tage rund um den Klimagipfel in Kopenhagen auch gründlich an mir vorbeigegangen. Jetzt bin ich auf Umwegen über ein paar Youtube-Videos gestolpert, die viele von euch vermutlich schon kennen, welche mich gelinde gesagt, erschüttert haben.
Sie zeigen wie Beamte der Dänischen Polizei augenscheinlich wilkürlich und gnadenlos gegen gewaltfrei demonstrierende Menschen vorgehen. Das beinhaltet zahllose geziehlte Schläge mit Gummiknüppeln, Tritte, Schläge gegen teils sitzende, teils liegende Menschen, und umfangreichen und gezielten Einsatz von Reizgas. Nicht selten wird hierbei aus unmittelbarer Nähe (ca. 5-10cm) in die Gesichter gesprüht.
Mich schockieren diese Bilder aus mehreren Gründen: Zum einen, wegen der Brutalität, mit der hier eine sogenannte demokratische Regierung ihre Kritiker unterdrückt, des weiteren, weil die Leute die all das erleiden mussten, es schaffen ruhig zu bleiben. Bis auf geringfügige Abwehr wendet dort kein Demonstrant Gewalt an – während ich beim anschauen dieser Filme von Trauer und beinahe ohnmächtiger Wut befallen werde. Ich kann mir nicht vorstellen dass so etwas in Berlin so friedlich abgelaufen wäre.
Das sind Szenen die nicht im Entferntesten in das Image passen, mit dem sich Staaten schmücken wenn sie das Demokratie-Wimpelchen auf ihren kapitalistisch angetriebenen Lobbypanzer stecken. So etwas passt viel mehr in das Bild, mit dem das Schreckgespennst der undemokratischen “Schurkenstaaten” welches die USA (und ideologisch angeschlossene Teritorien – wie wir zum Beispiel) gerne verbreiten.
Aber was rege ich mich denn auf … ist doch alles nichts neues, und auch lang nicht so schlimm wie damals 2001 in Genua. Man muss sich einfach nur weit genug von den Verrückten fern halten, die eine andere Meinung als die von der geliebten Regierung empfohlene haben – und es wagen diese Öffentlich zu vertreten. Dann kann man ganz sicher und entspannt leben (meißtens jedenfalls).
Mir ist in den letzten Tagen, und besonders gestern Abend am Potsdamer Platz, aufgefallen, dass überdurchschnittlich viele hübsche Fahrräder durch die Straßen rollen, oder irgendwo angeschlossen auf ihren Fahrer warten. Und wenn schon nicht alle wunderschöne Goldstücke sind, so doch wenigstens vernünftig zusammengestellte, und solide aufgebaute Alltagsvehikel, die ihren Besitzern geschätzte Mobilität bei jeder Witterung ermöglichen.
Ein nicht-radfahrender Freund, mit dem ich unterwegs war, erwiederte auf mein anhaltendes Innehalten, Staunen, Freuen und die Anerkennenden Bemerkungen: “Na ist doch klar – die Vollblutradler sind halt auch im Winter unterwegs.”
Recht hatter! Die ganzen Schönwetterradler die im Sommer die Straßen und Radwege unsicher machen, trauen sich bei niedrigeren Temperaturen, oder gar Niederschlag, nicht mehr raus. Und so bleibt einem auch der Anblick der teils geschmacklosen, teils bemitleidenswert heruntergekommenen, Metal-und-Plastik-Haufen erspart, die sich bei schönem Wetter durch die Stadt wälzen, und an jedem möglichen Abstellplatz türmen.
Im Winter ist die Aussicht auf die wirklich sehenswerten Fahrräder frei. Achtet mal drauf! Ein Augenschmaus für alle die wie ich einen Faible dafür haben
.
Ich bin derzeit erster Hand in eine Geschichte involviert, wie man sie normalerweise nur in der c’t unter der Rubrik “Vorsicht Kunde!” zu lesen bekommt. Zwar ist bisher mein finanzieller Schaden verhältnismäßig gering, aber die Zeit und Nerven die ich bereits in meinen Internetanschluss Investieren musste sind beträchtlich.
Vor nunmehr über 3 Monaten habe ich mir, kurz nach meinem Umzug, ein Vodafone Surf-Sofort-Paket geholt. Und ich muss sagen – das klappt echt wie in der Werbung versprochen! Man geht in den Laden, schließt einen Vertrag zu günstigen Konditionen für einen DSL-Anschluss ab, bekommt für 9,95 Euro eine Haus-mit-Henkel-förmige Pappschachtel in die Hand gedrückt, und geht damit nach Hause. Dort steckt man die SIM-Karte in den UMTS-Stick, diesen dann in den Router, und das Netzteil des selben dann in die Steckdose; et voilà: Internet und Telefon! Sofort!
Da war ich erstmal schwer begeistert, und konnte mich kaum halten, denn die Lobpreisungen auf die neue Technik (Das milliardenteure UMTS-Netz) und die Leute von Vodafone, die hier mal einfach alles richtig gemacht zu haben schienen, wollten aus mir raus. Nunja, wenn man das was danach kommt außenvorlässt kann man auch sagen dass sie alles richtig gemacht haben, nur leider war das bei weitem noch nicht des Knoten Lösung…
Der 1. Anschalttermin
Die Zeit verstrich, und ich erhielt einen Termin, zu welchem die Telekom im Auftrag von Vodafone mir die Telefondose in die Wohnung legen sollte. Der Techniker kam, und fand keine funktionierende Verbindungsleitung zwischen meiner Wohnung im vierten Stock, und dem Verteilerkasten im Keller. Das heißt – Leitungen sind in meinem Haus reichlich vorhanden, nur scheint meine irgendwann von irgendwem, irgendwo auf der Strecke unterbrochen worden zu sein. Und um das zu beheben braucht der Techniker die Erlaubnis der Hausverwaltung, an die Abzweigdosen im Treppenhaus gehen zu dürfen. Da ich mich um diese erst noch kümmern musste, zog er unverrichteter Dinge wieder ab. Kein Problem soweit, kann ja mal passieren – “Steckt man ja nich’ drinne!”.
Der 2. Anschalttermin
Der Techniker kam garnicht erst vorbei, sondern rief an: “Mir fiel da grade auf, dass ich hier gar keine Kostenübernahme von Vodafone hab’. Haben Sie die? Von ihrer Hausverwaltung?” … hatte ich natürlich nicht – meine Vermieterfirma meint ein Telefonanschluss sei bei einer Mietwohnung nicht vorauszusetzen, und das legen des selben sei nicht ihr Problem – aber so sind britische Heuschreckenfirmen gewinnorientierte Hausverwaltungen eben.
Er kam also nicht, und schickte laut eigener Aussage einen Antrag auf Kostenübernahme an Vodafone. Ich weiß nicht ob der dort ankam, aber nach nur ein paar dutzend weiteren Minuten bei der sympatischen Vodafone-Hotline, mit ihrer total kaputten Wartemusik, wurde mir zugesichert, die Kosten für die Neulegung des Anschlusses würden natürlich übernommen.
Der 3. …
Ich erhielt also einen neuen Termin (zwischen 08:00 bis 16:00 Uhr) von der freundlichen und bemühten Vodafone Hotline (Ich verwende “bemüht” hier so wie Arbeitgeber in den gefürchteten Arbeitnehmer-Beurteilungen). Dieser rückte heran, und ich musste mich bereits zum dritten mal für einen (voraussichtlich halben) Urlaubstag von meinem Arbeitgeber entschuldigen.
Ich wartete, und wartete also, und aus dem erhofften halben Urlaubstag mit Internetleitung danach, wurde ein ganzer (unbezahlt!) und ich saß weiterhin mit meiner UMTS-Überbrückung da (der T-echniker kam einfach nicht, und hielt es auch nicht für nötig mich anzurufen). Nicht dass man mit UMTS nicht ins Netz käme, aber es ist einfach kein Vergleich zu DSL in Bezug auf Geschwindigkeit und Stabilität der Verbindung. Außerdem kann ich nichtmal meine VOIP-Festnetznummer daran nutzen, und bin für Freunde und Familie nur auf dem teuren Handy erreichbar.
Heute sollte es endlich geschehen – der 4. Termin!
Nunja, was soll ich sagen? Ich schreibe diese Zeilen nach wie vor über UMTS. Der Bedienstete von der vermaledeiten Telekom ließ sich erneut nicht blicken, und meldete sich auch nicht Telefonisch. Diesmal traute ich mich schon garnicht mehr meinen Arbeitgeber um Freistellung zu bitten, sonder verließ mich darauf, dass der Techniker bis 12:00 Uhr hoffentlich da gewesen sein würde (bis dahin konnte meine Verlobte zu Hause bleiben, und die Klingel bewachen).
Natürlich hatte ich umsonst gehofft. Und auch der freundliche Zettel an der Haustür, auf dem ich meine Situation dargelegt, und meine Telefonnummer notiert hatte, mit dem Vermerk bei einem Anruf in 20-30 Minuten da sein zu können, fand keine Beachtung (außer den Worten “mein Beileid” die ein Passant wohl dazu geschrieben hatte). Um 15:00 Uhr erhielt ich eine SMS mit dem Inhalt, der Techniker habe mich nicht angetroffen, und ich möge die Vodafone-Hotline (mit ihrem zerpflückten Wartemusik-Band, dessen Schäden ich inzwischen recht gut synchron verbal immitieren kann) anrufen, um einen neuen Termin zu erhalten.
HALLO? GEHTS NOCH?
(Natürlich hatte der Techniker keinen Zettel als Beleg seiner versuchten Anwesenheit hinterlassen, und ich bin mir ziemlich sicher dass er nie auch nur in der Nähe war.)
Nachdem ich mit “Lautlos durch Berlin” einen Laden vorgestellt hatte, in dem jeder, völlig ohne Bedarf an technischem Sachverstand, E-Bikes ansehen, Probefahren und kaufen kann, kommt mit Elektronenrad quasi das andere Ende der Skala zum Zug. Soll heißen – dort finden jene Leute ihr Glück die gerne selber Hand anlegen.
Die Raumfahrtagentur (das Mutterschiff)
Nur wenig oberhalb vom Alexanderplatz, in der Mertzer Straße 21, befindet sich die Raumfahrtagentur. Diese ist in erster Linie ein Hackerspace. Das ist ein Ort an dem sich Leute mit gesteigertem Interesse an technischen/wissenschaftlichen Themen aufhalten und treffen können, um ihrer Passion in der Praxis nachgehen zu können. Zu diesem Zweck ist die Raumfahrtagentur mit einer Reihe nicht ganz alltäglichen Maschinen ausgestattet, die man möglicherweise benötigt um technische Projekte zu verwirklichen. Zum Beispiel gibt es eine CNC-Fräse, eine Drehbank, einen Zentrierständer für Fahrrad-Laufräder, eine 5-Tonnen-Presse, und eine elektronische Nähmaschine.
Elektronenrad
Und in den Räumen der Raumfahrtagentur ist eben auch das Projekt “Elektronenrad” beheimatet, welches von den vorhandenen Maschinen natürlich sehr profitiert. Vom Equipment mal abgesehen, haben die Jungs dort auch ein ziemlich umfassendes technisches Wissen, sowie Kontakte in die weltweite E-Bike Szene, und zu diversen Liferanten der nötigen Komponenten. So ist man bei Elektronenrad zum Beispiel sehr gut aufgehoben, wenn man einen Eigenaufbau eines E-Bikes plant, oder ein vorhandenes Rad selber aufrüsten möchte. Ein gewisses technisches Grundwissen vorausgesetzt.
Für wen ist Elektronenrad?
Wer technisch völlig unbedarft ist, und weder Zeit noch Lust hat sich selber umfangreich mit solch einem recht umfangreichen Projekt intensiv auseinander zu setzen, und sich selbst Fachwissen anzueignen, der ist bei Elektronenrad eher an der falschen Adresse, und sollte sich vertrauensvoll an Lautlos-durch-Berlin wenden. Elektronenrad ist kein DIY-Workshop, in welchem man bei der Hand genommen, und geduldig, Schritt für Schritt durch den Bau eines E-Bikes geleitet wird.
Wer sich hingegen den Umgang mit den mechanischen und elektronischen Komponenten eines E-Bikes grundsätzlich zutraut, und auch keine Probleme damit hat sich selber die Hände schmutzig zu machen, der findet bei Elektronenrad eine kompetente Quelle um die nötigen Komponenten zu beziehen, und sich anschließend den einen oder anderen Tip für die Lösung eines problematischen Details zu holen. Das gilt natürlich auch wenn es um Fragen der Aufrüstung oder Leistungssteigerung von bestehenden selbstgebauten E-Bikes geht.
…Und auch wenn es etwas Off-Topic ist: Wer schon immer mal ein schickes Bullit-Lastenfahrrad live ansehen, anfassen, probefahren, kaufen, oder etwas darüber wissen wollte, dem sei diese Adresse ebenso wärmstens empfohlen!
Weiterlesen: Elektronenrad-Wiki –> Viele Infos rund um gelöste und ungelöste Probleme, gecrashte Teile, Motoren, Akkus, Regler, Bikes … und und und.
So, nachdem ich nun lang genug faul war folgt jetzt mal wieder etwas mehr Content
Insbesondere der Bericht über Elektronenrad, von dessen sofortiger Veröffentlichung ich dadurch abgelenkt wurde, dass ich mich direkt nachdem ich dort war, mitsamt meinem geliebten 9kg-Renner in einen Feldstein gebort hatte. Aber nun kommt auch der endlich ans Licht!