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Meine Aufmerksamkeit ist gestört, sagen die… (Meine Hyperaktive Weltsicht)
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1 Aug 2009

Elektro-Zweiräder … eine Probefahrt

Der "Lautlos durch Berlin" - ShopAls ich gestern mal auf meinem (unmotorisierten) Zweirad an der Grolmanstraße vorbei fuhr, machte sich eine, zu früherem Zeitpunkt mit diesen Koordinaten verknüpfte Erinnerung bemerkbar: “Hier ist ein interessanter Laden den Du dir mal ansehen wolltest!”. Naja, nur welcher? Ich bin dann einfach auf gut Glück die Straße lang gefahren, und nach etwa 100 Metern war es dann auch wieder klar…

“Lautlos durch Berlin” war das Ziel meiner Neugierde gewesen – ein kleiner Shop, der in meinen Augen einer der ersten Brückenköpfe der Stadtmobilität der kommenden Jahrzehnte ist. Man kann dort elektrisch motorisierte Zweiräder ansehen, testen, leihen und kaufen.

Vom sogenannten Pedelec – einem Fahrrad mit elektrischem Zusatzmotor – über die kleinen “Tante Paula” Elektroroler die mit einer maximalen Geschwindigkeit von 20 Km/h – ohne Kennzeichen – wie ein Mofa auf der Straße und auf Radwegen zugelassen ist; und die etwas größeren, und schnelleren, farbenfrohen E-Roller von Elbike, welche sich mit bis zu 45 Km/h als ein sehr günstiges und leises Transportmittel für den täglichen Stadtverkehr anbieten; bis hin zum  vollwertigen 90 Kg schweren vollcross-Enduro Motorrad von Quantya ist alles Vertreten.

Das Pedelec

Noch leichter und sparsamer geht es mit einem Fahrrad mit Zusatzmotor. Also los, die Vorurteile das sei nur was für Oma und Opa über Bord geworfen, ab in den Sattel und Fuß in den Antritt. Die Elektronen fließen aus dem Akku durch die Kabel und verwandeln sich im Motor in eine ordentliche Portion Rückenwind. Der paart sich mit meiner körpereigenen Kraft und lässt mich mit Schwung völlig lautlos durch die Straßen fegen. Ein Kraftaufwand für gemächliche 15 Km/h, wird so zu sportlichen 25 Km/h. Darüberhinaus muss der Motor leider wegen eines entsprechenden Gesetzes abschalten. Nunja, aber auch diese Geschwindigkeit ist schon einiges schneller als durchschnittliche Stadtradler im Allgemeinen fahren. Macht irgendwie Laune!
Die Kehrseite der Medaille ist natürlich das Gewicht. Durch den Motor im Vorderrad kommen etwa 3-5, und durch den Blei-Akku nochmal 8kg zusätzlich auf die Waage. Dadurch wiegen günstige Elektro-Fahrräder wie das von mir ausprobierte ca. 25kg. Leichte Pedelecs mit teurem Lithium-Ionen Akku können auch mal bis knapp unter 18kg gedrückt werden. Das macht sich beim Fahren dank des Kraftzugewinns durch den Motor zwar nicht bemerkbar, ist aber poblematisch für Radler die Ihr Gefährt öfter mal Treppen hoch oder runter bugsieren wollen.

Der E-Roller

Anschließend bekam meine Neugier noch mehr Befriedigung durch eine Probefahrt auf einem der zuvor erwähnten Elbike Elektroroller. Der bringt mit seinem 16kg Akku dann auch schon 60kg auf die Waage, und ist sowohl Helm- als auch Führerscheinpflichtig.  Allerdings reicht hier schon der normale Autoführerschein, was mir als Motorradführerschein-Nichtbesitzer sehr entgegen kommt.
Haftungsausschluss unterschreiben? Jaja – passt schon, die Waschmaschine nehm’ ich auch gleich mit, aber nun möcht’ ich fahren! Den Helm aufm Kopf, aufgesessen, aber das Mofa streikt. Ein zweiter (versteckter) Anschalter behebt das Problem. Und los gehts. Licht, blinken, Hupe geht. Die Beschleunigung gefällt mir gut – genau richtig. Kein Losschleichen und kein Rupfen. Alles was man hört ist ein leises Summen vom Motor, das Schalten entfällt. Völlig stufenlos gehts rund um den Savignyplatz, und noch ein paar Schlenker durch den Kiez oberhalb davon. Die maximalen 45 Km/h sind schnell erreicht, und hinterlassen nicht das Gefühl noch schneller fahren zu müssen.
Als ich etwas zu forsch in eine Kurve gehe, schrillen meine Alarmglocken um mir mitzuteilen dass ich den Kipp-Punkt überschritten habe und gleich umkippen werde. Reflexhaft geht der Fuß zum Abstützen raus, und bringt die Situation wieder ins Gleichgewicht, was dank des geringen Gewichts des Rollers sehr einfach geht. Bei ‘nem Roller mit Verbrennungsmotor ist so etwas deutlich unangenehmer!

Was kostet der Spaß?

Ich hab mir mal die monatlichen Kosten für so einen Roller vorrechnen lassen, wobei ehrlicher Weise auch die Kosten für den Akkuwechsel nach ca. 350 Ladezyklen  nicht verschwiegen wurden. Wenn man täglich in der Stadt unterwegs ist, und im Schnitt ca. 30 Km pro Tag fährt, muss man mit ca. 25 Euro im Monat rechnen. Das sind die Spritkosten, und die umgelegten Kosten für den Akkutausch nach ca. 1,5 Jahren. Alternativ kann man den Akku später auch durch einen Lithium-Ionen Akku ersetzen, welcher mit 1200€ anstelle von 200€ wesentlich viel teuer als der Bleiakku ist, aber auch eine größere Kapazität (höhere Reichweite)hat, und deutlich über 1000 Ladezyklen bietet.

Deutlich günstiger als Auto, Motorrad und BVG also, und fast so flexibel wie ein Fahrrad. Allerdings natürlich auch mit nicht allzu umfangreichen Zulade-Möglichkeiten. Das Pedelec kann wie jedes Fahrrad mit Gepäcktaschen und/oder einem Anhänger bestückt werden. Der Roller hat ein Staufach unter dem Sitz, und kann mit einem kleinen Koffer ausgerüstet werden.

Fazit?

Ein echtes Fazit will ich mir nach einer einzigen Probefahrt nun noch nicht erlauben, nur einen (völlig subjektiven) ersten Eindruck und ein kleines bisschen Hellseherei: Diese Dinger machen Spaß! Sie sind flink, leise, günstig, und umweltfreundlich. Sicher eine Prima Alternative fürs tägliche Herumkommen, die sich in den kommenden Jahren bestimmt durchsetzen wird. Um die Masse der Autos zu ersetzen bedarf es allerdings noch weiterer Modelle mit mehr Stauraum. Vielleicht ja sogar leichte Drei- oder Vierräder mit Geschlossener Kabine gegen Regen und Schnee?

Elektrisch motorisierte Zweiräder

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht: on Saturday, August 1st, 2009 at 18:23 und ist eingeordnet unter Antiparadigma. Du kannst den Kommentaren zu diesem Eintrag per RSS 2.0 feed folgen. Du kannst kommentieren, oder einen Trackback von deiner eigenen Seite machen.

4 Responses to “Elektro-Zweiräder … eine Probefahrt”

  1. Sebastian (Tanis) says:
    2009/08/09 at 19:18

    Hi Jasper,

    Du hattest ja davon erzählt und jetzt habe ich auch mal den Beitrag gelesen. Ist sehr schön geworden, liest sich gut weg. Etwas erstaunt habt mich der motorisierte fahrbare Untersatz bei Dir schon, wirst Du etwa älter? *gg* Nee, Spaß beiseite, sicher nicht schlecht die Teile, vor allem ganz ohne Abgase und Lärm. Willst Du Dir sowas etwa auch mal zulegen?

    Grüße
    Sebastian

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  2. antiparadigma – Vorteile von E-Bikes für Selbertreter says:
    2009/08/13 at 00:37

    [...] meinen letzten Post über den Besuch bei LdB gelesen hat, dem ist meine Begeisterung für diese elektrisierten [...]

  3. Steffen says:
    2009/08/13 at 10:53

    Ist schon blöd wenn man wie ich den Weiterlesen-Link ignoriert! :/
    Das war doch mal ein schön ausformulierter, informativer Artikel! Vielleicht könntest du mit dem Laden zusammenarbeiten und Geld verdienen. Also indem du diese Räder ein bisschen publik machst. #geschäftsmodell #tagsdienichtbeitwitterstehen

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  4. antiparadigma – Elektronenrad in Berlin says:
    2009/12/07 at 16:52

    [...] der ist bei Elektronenrad eher an der falschen Adresse, und sollte sich vertrauensvoll an Lautlos-durch-Berlin wenden. Elektronenrad ist kein DIY-Workshop, in welchem man bei der Hand genommen, und geduldig, [...]

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